WEGEN PERSONALMANGEL GESCHLOSSEN
Die qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung ist durch die extreme SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ (Chaos-Initiative) gefährdet. Die starre Bevölkerungsgrenze hätte eine schlechtere Versorgung für alle, längere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten und höhere Kosten für Prämien- und Steuerzahlende zur Folge. Deshalb lehnen die Gesundheitsverbände dieses gefährliche Experiment ab.
Medienmitteilung, 23.04.2026
Die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ (Chaos-Initiative) ist eine Gefahr für die Patientinnen und Patienten. Das Schweizer Gesundheitswesen ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Die starre Deckelung hätte eine schlechtere Versorgung, längere Wartezeiten und höhere Kosten zur Folge. Die qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung ist durch die Initiative gefährdet. Die Gesundheitsverbände warnen vor den Folgen der extremen SVP-Initiative.
Die Schweizer Bevölkerung wird immer älter. Das bedeutet: Es gibt immer mehr Pensionierte bei gleichzeitig schrumpfender Erwerbsbevölkerung. Doch ältere Menschen nehmen auch mehr Pflege und medizinische Leistungen in Anspruch. Wenn im Inland die Leute nicht gefunden werden und immer weniger Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt eintreten, weil sie auch nicht mehr aus dem Ausland rekrutiert werden können, sind Versorgungslücken die Folge.
Die Initiative verlangt bei der Überschreitung der 10-Millionen-Grenze die Kündigung der Personenfreizügigkeit. Was passiert? Die Nachfrage nach medizinischen Leistungen steigt weiter an, doch das Angebot an Arbeitskräften wird gedeckelt. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland können Spitäler, Geburtshäuser, Pflegeheime, soziale Institutionen und die Spitex ihren Auftrag nicht mehr erfüllen. Das bedeutet für die ganze Bevölkerung: eingeschränkter Zugang zu Behandlungen und längere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten.
Fehlen qualifizierte Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte, steigt die Belastung des bestehenden Personals deutlich. Das hat direkte Auswirkungen auf die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit. Können die Schichten nicht ausreichend besetzt werden, wird es gefährlich. Studien belegen einen Zusammenhang von Personalmangel und einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko, besonders in Notfallsituationen.
Die Kündigung der Personenfreizügigkeit verkompliziert Anstellungen in der Schweiz massiv. Einstellungen verzögern sich. Der administrative Aufwand für die Gesundheitsorganisationen nimmt zu. Die Kosten zur Personalgewinnung steigen. Das treibt indirekt auch die Gesundheitskosten weiter in die Höhe. Zudem fehlen ohne Zuwanderung in den Arbeitsmarkt die Nettozahlerinnen und -zahler. Diese jungen meist gesunden Erwerbstätigen finanzieren die kranken – meist älteren – Menschen. Auch das wird die Prämien zusätzlich ansteigen lassen.
Gefährlich wird es insbesondere für die Schweizer Grenzregionen. Sie sind mit den benachbarten Regionen sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich eng verbunden. In Basel besitzen rund 40% aller Spitalbeschäftigten einen EU-Pass. Im Tessin haben fast 70 Prozent der Spitalärzte ihren Abschluss im Ausland erworben; in der Genferseeregion verfügt über die Hälfte des Pflegepersonals über ein ausländisches Diplom. Ohne diese Fachkräfte wäre das System schlicht nicht überlebensfähig.
Der Wegfall der Personenfreizügigkeit bedeutete die Rückkehr zu staatlichen Kontingenten. Wer ausländisches Fachpersonal einstellen darf, entscheidet der Staat. Dies würde zu einem bürokratischen Verteilungskampf zwischen den Kantonen, den Regionen, Branchen und letztlich auch den einzelnen Organisationen führen. Dabei werden kleinere Betriebe und insbesondere die ländlichen Gebiete gegenüber grossen Zentren das Nachsehen haben.
SCHWEIZER BEVÖLKERUNG WIRD IMMER ÄLTER
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